Aktuell: Gescheiter|t - Pluralität und Nation in der Diskussion

E i n l a d u n g

Gescheiter|t? Pluralität und Nation – Visionen von Gesellschaft

     Teilnehmer stellen Ergebnisse einer europäischen Lernpartnerschaft vor

 
Die gegenwärtige Finanz-, Wirtschafts- und Krise der Staatsfinanzen zeigt es erneut: Auf nationaler Ebene ist eine Lösung der Probleme nicht möglich. Dennoch sehen sich Staaten in einem Wettkampf der Nationen. Zugleich ist deren gesellschaftliche Wirklichkeit längst durch eine Pluralität von Kulturen, Lebensstilen und sozialen Lagen gekennzeichnet; die Welt vor Ort und die Welt im Ganzen steht für nationen- und statusübergreifende Kontakte offen. Wie sind Pluralität und Nation sinnvoll zusammen zu denken? Welche Visionen von Gesellschaft wären zu entwickeln?
 
Der Verein Arbeit und Leben Berlin hat dazu mit Partnern in Finnland und Belgien eine 2-jährige Lernpartnerschaft gestaltet. Sie wurde vom Grundtvig-Programm der Europäischen Union finanziert. Die Berliner Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen die Ergebnisse am 29.06.10, 19 Uhr im DGB-Haus, Keithstr. 1-3 vor. Der Eintritt ist frei.
 
Auf sechs transnationalen Treffen in Finnland, Belgien und Berlin begegneten sich Projektbeteiligte aller Partnerorganisationen, um sich einem komplexen wie sensiblen Thema anzunähern. Sie taten dies auf kognitive, kreative und spielerische Weise. Es entstand eine Ausstellung über die Lebensgeschichten älterer Finnen, die Krieg und Umsiedlung erlebt hatten, sowie über unterschiedliche Erfahrungen mit Zeit|Kulturen. Erarbeitet wurden Mind-Maps und Collagen zu den politischen, kulturellen, historischen und inter-nationalen Dimensionen von Pluralität und Nation. Margret Thatcher, Papst Benedikt XI. und ein finnischer Muumi debattierten darüber, ob es weltweit ein bedingungsloses Grundeinkommen geben solle.
 
Die Projektgruppe ist bunt und spiegelt das Thema selbst: Die Lernenden des Kunstvereins Art27 im flämischen Hasselt sind Künstlerinnen und Künstler, polyglott, mit und ohne Migrationshintergrund, jene der Volkshochschule Wahren opisto der finnischen Kleinstadt Forssa überwiegend höheren Alters, die von Arbeit und Leben Berlin mit polnischen, kurdischen, ost- und westdeutschen Wurzeln. Sie alle begaben sich auch in lokalen Gruppen auf die Reise eines Lernprozesses, die es ihnen erlaubte, an ihren Fragen entlang zu arbeiten und verschiedene Formen des Ausdrucks zu erproben. Zu erleben waren dabei die Höhen und Tiefen einer Zusammenarbeit, die von unterschiedlichen Perspektiven, Herangehensweisen, Wertvorstellungen und Geschwindigkeiten geprägt war. Sie wähnten sich gelegentlich schon als gescheitert – am Thema, dem Umgang mit Unterschieden -, doch gerade darum ein wenig gescheiter.
 
Zeit: 29.06.2010, 19 Uhr
Ort: DGB-Haus, Keithstr. 1-3, U2 Wittenbergplatz
Freier Eintritt
 
Eine Veranstaltung von Arbeit und Leben Berlin e.V. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin.
 
Kontakt:
Sophia Bickhardt, Projektkoordinatorin, sophia.bickhardt[at]viamot.de